Donnerstag, 30. Dezember 2010

Diigo – eine Alternative zu Delicious?

Neben der Recherche im Internet ist es sehr hilfreich, die gefundenen Quellen auch gut zu verwalten. Im Internet gibt es dafür inzwischen einige Social Bookmarking Tools.

Delicious von Joshua Schachter ist sicher das bekannteste Werkzeug für die eigene Favoritensammlung. Populäre Tools wurden häufig von grossen Firmen wie z.B. Yahoo aufgekauft. Lange Zeit wurde deshalb geraten, dass man bei der Auswahl dieser Tools auf bekannte Namen setzen sollte, da man sich hier eine gewisse Langlebigkeit erhoffte. Wie Mitte Dezember 2010 PC-Tipp meldete, gingen allerdings zu Delicious Gerüchte durch das Web, dass dieser Dienst eingestellt werden sollte, da Yahoo sich gesund schrumpfen möchte.

Nun bleibt einem nicht viel übrig als auf Alternativen ausweichen und immer etwas im Kopf zu behalten, dass das Internet ein flüchtiges Medium ist, das sich rasant weiterentwickelt und diese Tools nicht für die Ewigkeit bestimmt sind.

Aus den aktuellen Alternativen sticht zur Zeit besonders Diigo hervor, welches in der Freeversion gratis ist. Dieses Tool wird von einen zwölfköpfigen Team in Nevada entwickelt und ist vor allem für Nutzende gedacht, die es auch als kollaboratives Lernnetzwerk verwenden möchten. Eigens dafür gibt es für Lehrende und Dozierende die Education Version, welche ebenfalls kostenfrei ist.

Neben der Möglichkeit Bookmarks (inkl. Snapshots der Webseiten) und sogar Bilder zu verwalten und zu teilen, kann man mit Hilfe der Toolbar, die in Diigo aufgenommen Webseiten mit Kommentaren oder farbigen Hervorhebungen bearbeiten. Diese werden dann in der Übersicht der Links angezeigt.

Diigo lädt direkt dazu ein, die Bookmarks, welche auf Delicious gesammelt wurden, umzuziehen. Ein Tutorial hilft dabei. Dieser Umzug braucht, je nach Anzahl der Bookmarks etwas Zeit. Zahlreiche, gut gemachten Tutorials von Diigo helfen bei den ersten Schritten. In Deutsch hat dazu Prof. Dr. Wolfgang Schumann von der Universität Tübingen ebenfalls eine hilfreiche Anleitung verfasst.

Aber auch Diigo ist es sicher sinnvoll, sich seine gesammelten Bookmarks regelmässig extern zu sichern, falls auch dieses Tool irgendwann einmal wieder vom Netz verschwinden sollte. Es bietet für den Export momentan fünf verschiedene Formate an.

Montag, 13. Dezember 2010

Wikipedia als Rechercheeinstieg?

Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist nicht unumstritten. Vielen Lehrern und Dozenten ist sie mittlerweile ein Dorn im Auge, weil in Arbeiten ihrer Schüler bzw. Studierenden hauptsächlich Einträge zu bestimmten Themen aus Wikipedia zitiert werden. Lambert Heller hat zu Wikis vor längerem in Netbib einen interessanten Beitrag geschrieben, indem er Will Richardson zitiert:
«Will Richardson fragt sehr treffend, ob Informationskompetenz vielleicht mehr ist als das Unterscheiden können zwischen «zuverlässigen» und «unseriösen» Informationsquellen. Sind Informationen aus «unzuverlässigen» Quellen wie Wikis nicht vielmehr ebenfalls brauchbar, so dass gerade hier eine differenzierte Kompetenz im Umgang mit Informationen gefragt ist?»
Doch kann man sich bei Wikipedia sicher sein, seriöse Informationen zu finden, wo sich doch immer wieder Meldungen finden, die über Vandalismus in Wikipedia berichten? Beispielsweise wie der Fall Borat und Kasachstan.

Wikipedia selbst versucht diesen Vandalismus bei zu kommen, indem es oft recht rasch diese Einträge für nicht registrierte Autoren sperrt. Es setzt dafür den
Wikipedia-IP-Patrol ein. Wird ein vandalisierter Artikel erkannt, sperrt Wikipedia ihn für unregistrierte Nutzer. Ein kleines Schloss im oberen Teil des jeweiligen Eintrages, wie beispielsweise im englischen Wikipedia bei George W. Bush, ist dafür charakteristisch. Mehr dazu erfährt man auch bei der Semi-protection policy der Organisation bzw. unter ihrer Aktion Qualitätssicherung bei Wikipedia.

Das Faszinierende ist und bleibt bei Wikipedia, dass viele Autorinnen und Autoren bereit sind, diese Kriterien einzuhalten und bei der freien Enzyklopedia ehrenamtlich mitzuschreiben. Berücksichtigt man dies, so kann Wikipedia als Rechercheeinstieg zu einem bestimmen Thema sehr hilfreich sein, zumal es darin oft aktueller beschrieben ist als in einem gedruckten Lexikon.

Die Beiträge werden in der Regel mit weiterführenden Literaturhinweisen, seien es Bücher, Fachartikel oder Internetseiten hinterlegt. Beim Lesen der Artikel selbst findet man häufig neue Suchbegriffe oder Synonyme, mit denen man in anderen Quellen wie Fachdatenbanken recherchieren kann. Wichtig dabei ist immer, dass man die Information nicht einfach konsumiert, sondern versucht zu hinterfragen. Wenn man dies beachtet, dann ist Wikipedia sicher als ein gutes Werkzeug für den Rechercheeinstieg zu empfehlen.

Link: Wikipedia