Dienstag, 27. September 2011

Kleiner Gedankensplitter: Im Internet wird der Zufall berechenbar.

Recherchieren wir noch gezielt selbst? Oder überlassen wir uns ganz dem Algorithmus der personalisieren Suche von Google?

Miriam Meckel versucht in ihrem NZZ-Artikel „Rettet den Zufall“ zu erklären,

«warum es schädlich ist, wenn die digitalen Medientechniken den Menschen berechenbar machen».

Auch bei der Recherche nützt der Zufall, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Darum nicht nur Google vertrauen, sondern auch andere Quellen testen. Einige davon werden hier im Blog4Search vorgestellt. Viel Spass beim zufälligen Stöbern oder der gezielten Suche

Links:

Rettet den Zufall von Miriam Meckel am 20.9.2011 in der NZZ (online noch verfügbar)

Wie suche ich in diesem Blog?

Sonntag, 25. September 2011

Unterscheidung Tag - Schlagwort - Stichwort

Am 14. September berichtete Zeit Online, dass es einen neuen Anlauf für den Social-Bookmarking-Dienst Delicious geben soll. Wie, ist noch nicht ganz klar. Chad Hurley und Steve Chen, die Gründer von YouTube und jetzige Besitzer der Firma Avos, welche Delicious kauften, planen anscheidend, dass der Social-Bookmarking Dienst ein neuer Konkurrent zu Twitter werden soll. Aber egal was kommt, für viele Internetnutzende ist oft noch unklar, was Tags sind und wie sie sich beispielsweise von Stichwörtern oder Schlagwörtern unterscheiden.

Dieser kleine Exkurs dazu soll etwas Klarheit schaffen:

  • Tag: Ein Tag ist ein frei wählbarer Begriff, eine Art Etikett mit der in Social Software eine Website oder ein Foto von den Nutzern selbst beschrieben wird. Dies ohne irgendwelche Vorgaben. Vergeben mehrere Nutzer zu einer Website oder zu einem Bild den gleichen Begriff, so nennt man dies Social Tagging. Neben Delicious ist die Social Software Flickr für Fotos ein gutes Beispiel der Anwendung. Am Beispiel Cassis sieht man allerdings, dass Tags nicht immer eindeutig sind. Sehr beliebte Begriffe, welche oft und von vielen Nutzern vergeben werden, bilden eine Tag-Cloud.
  • Schlagwort (auch Deskriptor / Subject Heading genannt): Ein Schlagwort ist ein feststehender Begriff, der meist zusätzlich den Inhalt, beispielweise eines Buches oder eines Bildes beschreibt. Schlagwörter werden oft in Bibliothekskatalogen angewandt und nach einem bestimmten Regelwerk oder Theaurus ausgewählt. In diesem Beispiel des Schweizer Bibliothekskataloges Nebis ergänzen hier die Schlagwörter "Industrial Design" und "History of Design" den etwas sparsamen Titel des Buches Design von Thomas Hauffe.



    Die recherchierende Person weiss damit sofort, dass es nicht um ein Buch über Modedesign handelt, sondern um Industriedesign.

  • Stichwort (auch Keyword): Ein Stichwort ist ein Begriff, der direkt aus einem Text übernommen wird. Am bekanntesten sind Stichwortverzeichnisse am Ende eines (Fach)Buches. Diese helfen dem Leser rasch die gewünschte Stelle im Buch wieder zufinden. Auch die Recherche im Internet ist u.a. Keyword basiert. Das heisst der gesuchte Begriff muss auf der Website vorkommen, damit die dazugehörge Seite gefunden wird.
In den Informations- und Bibliothekswissenschaften gibt es um diese Begriffe oft heisse Diskussionen. Von Tags sind einige überzeugt, dass diese die Schlagwörter ablösen werden. Wie aber Tags und die inhaltliche Erschliessung via Schlagwörter neben einander gut bestehen können, zeigen diese zwei unterschiedliche Beispiele:
  • Steve Museum Die Bilder werden hier durch die Bild(tags) der Nutzer ergänzt. Dies kann sehr praktisch sein, wenn man zum Beispiel nur Bilder von "Männern mit Bärten" sucht. Falls der Begriff in der Bildbeschreibung fehlt, findet man ihn nun auch durch das Tag Beard.
Siehe auch weitere Blogbeiträge zu Social Bookmarking:
Delicious wandert zu Avos
Diigo - eine Alternative zu Delicious
Bibliotheken auf Delicious

Sonntag, 18. September 2011

Videoportal Vimeo

Spiegel Online bezeichnete das Videoportal Vimeo im April 2009 als YouTubes schöne Schwester. Angesichts solch wundervollen Aufnahmen wie The Mountain von TSO Photography, einem passionierten Landschaftfotografen aus Norwegen kann man dem nur zustimmen.



(Quelle: The Mountain from TSO Photography on Vimeo.)

Die Plattform wurde 2004 von Filmemachern und Vidoekünstlern gegründet, die sich über ihre nicht kommerziellen Filme in einer Community untereinander austauschen wollten. Seitdem steigt die Zahl der Mitglieder stetig an, welche aufwendig produzierte Filme online stellen. Die Qualität der Filme werden durch die Leitlinien der Seitenbetrieber genau festgelegt.

In Vimeo kann man unter Explore endlos nach diesen filmischen Perlen, wie z.B. auch "A short Love story in stop motion" von Carlos Lascano stöbe
rn.

Für die gezielte Suche im Videoportal bietet Vimeo verschiedene Kategorien an. Ferner kann man mit der integrierten Suchfunktion, neben Videos auch nach Leuten, Gruppen, Channels und Foren recherchieren.

Finanziert wird Vimeo mittlerweile neben Werbekunden, durch eine Jahresgebühr, die man für professionellere Bedürfnisse als Filmemacher und für kommerzielle "Werbefilme" bezahlt. Für angehende Filmemacher bleibt der Dienst kostenfrei. Die Video-School unterstützt bei den ersten Schritten. Das Copyright für die Filme behält der eigentliche Urheber.

Links:
vimeo.com

Weitere Filmquellen: siehe auch: Wie findet man kostenlos Filme im Internet?

Montag, 12. September 2011

Wie findet man frei verfügbare wissenschaftliche eJournals im Internet?

Häufig muss man für wissenschaftliche Artikel in elektronischen Fachzeitschriften (eJournals) viel Geld bezahlen, wenn man keinen Zugang über eine Hochschulbibliothek bekommt und diese, die gewünschte Lizenz z.B. des Verlages Taylor & Francis nicht abonniert hat.

Doch in manchen Fachgebieten unterstützen auch Spezialsuchmaschinen wie Jurn.org die Recherche nach solchen Schätzen, welche aufgrund des Open-Access-Gedankens frei verfügbar sind. Jurn ist eine Suchmaschine, die die Technik der Google Custome Search Engine nutzt, um über 4´000 elektronische Zeitschriften aus dem Fachbereich Geistes- und Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Grossbritainnien auffindbar zu machen. Zudem bietet Jurn einen eigenen Index an, mit dem man gezielt in seinem Fachgebiet stöbern kann. Tipps und Tricks zur Suche erfährt man unter den FAQs.

Wie das Blog der Digithek gestern berichtete, hat sich zudem mit der Öffnung der Early Journals Contents von JSTOR eine weitere Fundgrube für eJournals aufgetan. Hier sind aktuell 500.000 Artikel aus über 200 Zeitschriften,
welche in den USA vor 1923 und weltweit vor 1870 erschienen sind, frei verfügbar. Dies dürfte besonders für Historiker interessant sein.

Links:
Suchmaschine jurn.org
Verzeichnis jurn.org
JSTOR Early Journals Content

Samstag, 10. September 2011

Wie nutzt die «Generation Internet» das Web?

Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-Swiss veröffentlichte im Projekt «Internet der Zukunft» die Ergebnisse einer Umfrage unter Schweizer Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren über ihren Gebrauch des Internets.

Die Ergebnisse sind recht pragmatisch. Die «Netzgeborene» nutzen das Internet zwar häufiger als andere Altersgruppen, aber auch sie tragen eher selten via Blog oder Twitter zum Web 2.0 bei. Facebook wird vor allem als virtueller Pausenhof gesehen, auf dem man sich nach der Schule mit Freunden trifft. Die Gefahren im Netz werden meist erkannt, aber oft ignoriert. Nerds, welche auch älteren Generationen ein Begriff sind, bleiben weiterhin die Ausnahme.

Das Internet hat vor allem den Fernsehkonsum abgelöst. Viele Jugendliche haben den Eindruck, dass sie etwa gleich viel Zeit vor dem PC verbringen wie früher vor dem TV.

Auch ihre Recherchefähigkeiten im Internet sehen die Jugendlichen sehr pragmatisch. Theoretisch wissen die Schüler Bescheid, dass man Informationen gegenchecken und sich fragen sollte, welche Absicht, z.B ein Autor hat oder in welchem Kontext die Information entstanden ist. Doch wie ein Schüler aus Bellinzona zitiert wird
«Aber seien wir doch ehrlich, meist sind wir viel zu faul, um das alles auch wirklich zu tun.»

Für alle, die sich nun mit Schulungen zur Informationskompetenz befassen, ist dies nichts Neues, aber trotzdem beruhigend, dass die «Generation Internet» auch nur mit Wasser kocht und sich die Nutzung nicht sehr von den «Digital Immigrants» unterscheidet. Zumindest in dieser Schweizer Umfrage.

Link: Digital Natives. Wie braucht die «Generation Internet» das Internet?

Sonntag, 4. September 2011

In eigener Sache: Kommentare & RSS

Blogs leben von Interaktion und der Venetzung in der Blogsphäre. Darum freut es mich immer besonders, wenn ich Links zu meinen Beiträgen zum Beispiel beim Blog der Digithek und auf Twitter findet.

Auch der ein oder andere konstruktive Kommentar ist willkommen. Oft dient mir das als interne Qualitätskontrolle, wie dieses Beispiel zeigt. In diesem Blog sind die Kommentare, wegen der Spamseuche und Trolls moderiert, d.h. sie werden erst nach Prüfung frei geschalten. Manchmal kann das etwas dauern.


Praktisch ist bei Blogger, dass man interessante Posts via Mail weiter
senden kann. Siehe kleinen Umschlag jeweils am Ende der Beiträge. Solange dies nicht als Spamquelle missbraucht wird, lasse ich es online.

Blogger bietet ausserdem an, via iGoogle oder Netvibes die Beiträge zu abonnieren.




Natürlich geht dies auch althergebracht im jeweiligen Browser wie Firefox oder Internet-Explorer. Nutzt dazu bitte diesen RSS bzw. Atom-Feed:
 

http://blog4search.blogspot.com/feeds/posts/default

Natürlich freue ich mich auf über positive Reaktionen, die seit neustem unter jedem Beitrag abgegeben werden können:


Warum blogge ich? Das Educationblog Blog4Search ist hauptsächlich als Nachschlagewerk für gute Recherchequellen, Informationen zu Social Media und zum Thema Lernen im Netz gedacht. Mit dem Schreiben der Posts lerne ich selbst mehr darüber und bleibe so up-to-date mit diesen Themen.

Deshalb der Tipp: Nicht nur schauen, was ist aktuell geschrieben wurde, sondern ruhig auch mal die interne Suche oder die Kategorien im rechten Rand nutzen, um vielleicht den ein oder anderen Tipp zu guten Internetquellen zu finden. Mehr dazu unter «Wie suche in in diesem Blog»


Donnerstag, 1. September 2011

Wie findet man kostenlos Filme im Internet?

Für Film(chen)-Recherchen im Netz greift man oft auf YouTube zurück und findet damit die ein oder andere historische Szene, wie den kuli-klauenden tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus, dessen Tat promt getwittert wurde.

Doch will man seriöse Filmquellen, nicht nur historische entdecken, tut man sich oft schwer. Die Redaktion von Spiegel
Online stellte 2008 in einem umfangreichen Artikel unterschiedliche Quellen zu kostenlosen Online-Filmarchiven vor.

Eine weitere Möglichkeit interessante Filme zu finden sind die jeweiligen Online-Archive der Fernsehsender. Für das Länderdreieck Schweiz - Deutschland - Österreich unterstützt die Suchmaschine von 3Sat die Suche nach interessanten Sendungen wie die 90-minütige Dokumentation "Life in a Day", einem Film-Projekt auf Youtube von Kevin Macdonald und Ridley Scott, in welchem die Youtube-Nutzenden aufgefordert wurden, ihren ganz persönlichen 24. Juli 2010 zu präsentieren. Dem Aufruf waren rund 80.000 Menschen gefolgt und sendete ihre 4500 Stunden Videomaterial aus 192 Länder für die 90-minütige Dokumentation ein.

Diese lief nach der Premiere am 27. Januar diesen Jahres auf Youtube (Trailer), auch auf den internationalen Filmfestspielen wie Sundance oder der Berlinale. Die Macher des Filmes nutzen hier das Potenzial der Internet-User.

Ebenso wie das Projekt Frischfilm des Schweizer Fernsehens, das semiprofessionellen Filmschaffenden eine Plattform für selbstproduzierte Filme bietet. Für die Filmsuchenden eröffnet sich dadurch eine weitere interessante Filmquelle, in der es sich endlos nach bestimmten Genre wie Action, Komödie oder Drama stöbern lässt.

Links zu Filmquellen

- YouTube

- 3Sat-Suchmaschine

- Spiegel-Online Kostenlose Filmarchive

- Frischfilm.ch