Freitag, 28. Oktober 2011

Jimmy Wales rät zum kritischen Umgang mit Wikipedia.

Der Gründer der freien Enzyklopädie Wikipedia Jimmy Wales rät Journalisten und auch Studenten Wikipedia als Recherchequelle nur zu nutzen, «um die Basis für die richtigen Fragen bei eigenen Recherchen zu bekommen», wie er in der Frankfurter Rundschau vom 3. Okt. 2011 zitiert wird.
Wie er richtig bemerkt und auch die Bernet-Studie Journalisten im Internet von 2009 für die Schweiz belegt, ist Wikipedia eine wichtige Quelle für Journalisten geworden. Doch zitieren Journalisten aus Wikipedia und Wikipedia greift wiederum auf die Presse zurück,
«entsteht ein gefährlicher Kreislauf - man bestätigt sich nur gegenseitig», wie Wales weiter erläutert.

Das Magazin Titanic hielt dies als Satire zur Informationsgesellschaft 2009 fest. Die Praxis lieferte wenig später das Beispiel des Freiherrs von Guttenberg dazu. Nein, nicht sein Plagiat, sondern seinen zusätzlichen Vornamen, der bei seiner Ernennung zum Wirtschaftsminister Anfang 2009 durch die Presse(agenturen) geisterte.

Darum der Rat für gute Recherchen im Internet: Nutze Wikipedia nur als Rechercheeinstieg.

Samstag, 22. Oktober 2011

Bildrecherche im Internet

Bilder gezielt im Internet zu suchen ist oft schwierig. In professionellen Bilddatenbanken, wie z.B. der Bildindex des Bildarchivs Foto Marburg sind Bilder häufig noch gut mit Angaben zu den Bildern wie Name des Künstlers, Titel, Bildbeschreibung, Quelle versehen. Diese Metadaten helfen bei der gezielten Bildsuche.

Doch sucht man nach abstrakten Begriffen, um zum Beispiel das Thema „Beobachten“ zu visualisieren wird es schwieriger. Hier muss man diesen Begriff in konkrete Gegenstände umwandeln, um eine Bildrecherche beginnen zu können. In diesem Beispiel eignet sich z.B. der Suchbegriff Fernglas etwa. Doch was ist, wenn dieser Begriff so nicht mit den Metadaten detailliert beschrieben werden?

Das Steve Museum wagte hier den Versuch, die Bilder zusätzlich zu den eigenen Metadaten auch von den Nutzern taggen zu lassen. Über 4800 Nutzende haben inzwischen beim "Steve - The Museum Social Tagging Project" fast 10.000 Objekte mit rund 50.000 Begriffen versehen.

Sucht man hier mit dem Begriff Binoculars, erhält man nicht nur den Treffer, in dem der Suchbegriff im Titel vorkommt, sondern auch eine Karikatur von Honoré Daumier, bei dem der Begriff als Tag (term) hinterlegt ist. Ohne diesen Term wäre dieser Treffer nie sichtbar geworden.

Doch Tags können auch tricky sein, wenn die taggenden Personen z.B. unter dem Begriff Cassis Verschiedenes verstehen, wie Flickr zeigt. Bei Flickr versucht man dies durch Tag-Cluster wieder etwas gezielter zu ordnen.

Die neue Google Bildsuche geht in der Bildrecherche einen Schritt weiter. Sie lässt Bilder mit Hilfe von Bildern suchen. An der kleinen Kamera im Suchschlitz wird diese Suche sichtbar.

Google verwendet dabei die Bildvergleichstechnik und sucht nach optisch ähnlichen Bildern. Dieses Kriterium bezieht sich häufig auf die Farbgebung und den Bildaufbau, z.B. ob es ein Portrait ist usw. Wenn man nun den Begriff Cassis eingibt und damit die schwarze Johannisbeere meint, erscheinen die gewünschten Bilder. Zieht man nun dieses Bild mit der gedrückten Maustaste in den Suchschlitz von Google Bildsuche …


…. findet Google optisch ähnliche Bilder.


Hundertprozentig richtig liegt Google dabei nicht immer. In diesem Fall ist eine Papaya zu einer schwarzen Johannisbeere geworden.;-)

Interessanter hingegen ist aber zu sehen, welche Webseiten es mit übereinstimmenden Bildern gibt. Dies kann Fotografen gezielt helfen, auf Urheberrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. In diesen Fall genügt es, via Kamera Symbol das eigene Bild hochzuladen oder die Bild-URL einzugeben.


Zum Thema Copyright: Es ist immer besser brav zu fragen, ob man die gefundenen Bilder verwenden darf. Besonders, wenn man damit seine eigene Website schmücken will. Etwas Abhilfe schaffen hier die Creative-Commons-Lizenzen. Bei der Google Bildsuche kann man die Nutzungsrechte gezielt unter der Erweiterten Suche einstellen.


Sonntag, 9. Oktober 2011

Privatsphäre bei Facebook & Co.

Facebook sammelt fleissig Daten. Neu will Mark Zuckerberg auch das ganze Leben der Facebook-Nutzenden chronologisieren und so ist die Privatsphäre recht schnell keine mehr. Was hilft dagegeben?

Einfachster Tipp: Facebook nicht nutzen
. ;-)

Wer aber trotzdem nicht auf das elektronische soziale Netzwerken verzichten möchte, der sollte sich mit den wichtigsten Änderungen befassen. Roger Zedi von der Sonntagszeitung hat ein paar davon in seinem Artikel
«Facebook greift an» vom 2. Oktober 2011 zusammengefasst.
(Update 2.11.2011: Artikel leider nicht mehr online)

Grundsätzlich sollte man aber beachten, wen man in sein Freundschaftsnetzwerk aufnimmt. Völlig fremde Personen kann man mit ruhigem Gewissen ignorieren und, dass man nicht wirklich jedes (unvorteilhafte) Foto von sich öffentlich postet, sollte inzwischen klar sein.

Weitere Tipps zum Umgang mit (dem neuen) Facebook und anderen sozialen Netzwerken, siehe unter folgenden Links:

Bernetblog - News bei Facebook - alles bleibt neu
Sonntagszeitung - Facebook greift an (Nicht mehr online)
Tagesanzeiger - So managen Sie Ihre Business-Beziehungen
Blog4Search - Schutz vor zu viel Preisgabe in sozialen Netzwerken
Blog4Search - Sicherheit im Netz